Geschichte


 

 

Das früheste Auftreten unseres Namens zeigt sich im nordhessi-schen Bereich. Der Kasseler Hermann Corper wurde im Jahr 1426 an der Universität Erfurt immatrikuliert. In den 1420er Jahren wird auch ein Kasseler Schöffe gleichen Namens erwähnt, von dem man vermuten kann, dass es sich um den Vater des Studenten handelt.

Unser Familienname kann demnach auf eine 600-jährige Geschichte zurückblicken.

Der erwähnte Hermann Corper wurde später der Kanzler des Landgrafen von Hessen. Er war damit der Vorsteher der landgräf-lichen Verwaltung. In späterer Zeit war er dann Pfarrer in Alsfeld.

In Bad Sooden-Allendorf an der Werra hatte vom 15. bis 17. Jahr-hundert eine Familie Corper/Cörper Anteile an den dortigen Sole-quellen inne.

Die genannten Namensträger gehörten einer Gesellschaftsschicht an, die sich weit oberhalb des Standes befand, zu dem man die Namensträger rechnen muss, die ich näher erforscht habe. Schon deshalb erscheint ein verwandtschaftlicher Zusammenhang als unpassend. Die Familien, die von Boos, Langenthal und Ottersheim ausgehen, waren anfangs einfache Bauern, aller Wahrscheinlichkeit nach Leibeigene, allenfalls durch das Schultheißenamt etwas herausgehoben. Erst ab etwa 1800 gelang es dem Einen oder Anderen sozial aufzusteigen.

Diese und weitere Erwähnungen, z.B. die in Langenthal, legen es nahe, dass die Ursprungsform des Namens „Corper“ lautete, mit C geschrieben, da der Name, der mit dem deutschen Wort Körper identisch ist, auf das lateinische „corpus“ zurückgeht.

Vermutlich im 16. Jahrhundert kam dann der Umlaut hinzu: „Cörper“. Damit hatte die Lautgestalt ihre endgültige Form angenommen. Die Schriftgestalt spaltete sich erst später in die Schreibweisen Coerper, Körper und Koerper auf.

Auf den Booser Stamm bezogen lässt sich sagen, dass bei der in Boos ansässigen Familie immer die Schreibung „Cörper“ in Gebrauch war. Das ist vom frühesten Beleg von 1701 bis heute nachweisbar.

Wenn Hans Wilhelm Cörper im Jahr 1701 seinen Namen „Cörper“ schrieb, so wird er es schon seit seiner Jugend, also etwa seit 1680, so gemacht haben. Er muss diese Schreibweise von seinem Vater gelernt haben. Man kann also sagen, dass diese Schreibung seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts für die Booser Familie belegt ist. Einen Grund, dies nicht auch für die Zeit davor anzu-nehmen, kann ich nicht erkennen.

Beim Booser Stamm kamen die Schreibungen „Coerper“ und „Körper“ erst um 1800 herum auf und haben sich dann dauerhaft etabliert, „Koerper“ wohl erst im Zusammenhang mit der Amerika-auswanderung. Nur die Duchrother Familien blieben bei der alten Schreibweise, in allen anderen Zweigen hat sich eine abweichende Schreibung durchgesetzt.

Beim Ottersheimer Stamm liegen die Verhältnisse etwas anders, wenn auch im Ergebnis die gleichen vier Schreibweisen resultierten. Aus dem Knittelsheimer Ast entstand ein Seitenast, in dem „Koerper“ üblich wurde. In Amerika fächerte sich dagegen ein von Germersheim ausgehender Ast mit der Schreibung „Coerper“ stark auf.

Da es auch die Namen Corper und Korper gibt, wäre noch zu prüfen, ob diese hier einzubeziehen sind.